16.05.2018 | Ausgabe 05/2018

Von der Architektur bis zum Brandschutz mehr als nur funktional

Neubau des Sana Gesundheitscampus in München

Bild: EberhardFranke.com

Der Bau von Krankenhäusern gibt Planern bislang nur wenig gestalterischen Spielraum. Seit Jahrzehnten wird Krankenhausarchitektur bestimmt von komplexen funktionalen Zwängen und hohen Anforderungen an die Wirtschaftlichkeit. Doch Kliniken des 21. Jahrhunderts wollen und müssen mehr sein als nüchtern-funktionale Zweckbauten, wie der im Mai 2017 eröffnete Sana Gesundheitscampus in München dokumentiert.

Der Neubau im Stadtteil Sendling fügt sich stilsicher in das städtebauliche Umfeld ein, nimmt Bezug auf ein benachbartes Baudenkmal und korrespondiert mit einem zu Sana gehörenden Altbau auf der anderen Straßenseite. Vor allem stellt das architektonische Konzept wie die Gestaltung im Detail mehr als ein gutes Funktionieren sicher. Das Haus, so die Vorgabe des Bauherrn, soll eine positive, offene Atmosphäre ausstrahlen und so das Wohlbefinden von Patienten und Personal erhöhen. Baurechtliche Normen wurden erfüllt, ohne dass funktionale Zwänge diesen Eindruck mindern. Die Vorgabe galt auch für die Integration eines umfassenden Brandschutzkonzepts, das bei Kliniken noch wichtiger ist als in den meisten anderen Objekttypen. Denn Brände gelten als größte Schadensgefahr im Krankenhaus: Gut jeder dritte Schaden wird durch einen Brand verursacht. Allein im Jahr 2013 wurden in Deutschlands Krankenhäusern rund 40 Brände mit fünf Toten und 28 Verletzten gezählt. In Sendling wurden deshalb beispielsweise Brandschutztüren von Novoferm eingebaut, die den Stand der Technik repräsentieren und dabei den Architekten große Gestaltungsfreiheit bieten. 

Der Empfangsbereich des Sana Gesundheitscampus in München-Sendling
Bild: Novoferm

Architektur als Helfer der Medizin
Als eines der größten Kompetenzzentren für orthopädische Chirurgie in Süddeutschland ging es dem Unternehmen Sana Klinik Solln Sendling nicht nur darum, optimale Arbeitsbedingungen für die Mediziner und eine hohe Aufenthalts- und Arbeitsqualität für das gesamte Personal zu schaffen. Vor allem spielten neben den steigenden Anforderungen der Patienten an die „Hotelqualität“ auch Erkenntnisse über die Einflüsse der Umgebung auf Heilungsprozesse eine Rolle. Architektur, so die Idee des Sana Gesundheitscampus, wird durch die Konzeption des Gebäudes zum Helfer der Medizin. Lichtdurchflutete Räume schaffen ein heilungsförderndes Ambiente und wirken als Gegenmittel zur früher herrschenden Krankenhausatmosphäre. Davon profitiert natürlich auch das im hektischen Klinikalltag immer stark beanspruchte Personal, deren Interessen und Arbeitsabläufe auch das Wegekonzept und die Infrastruktur beeinflussten. Sogar in den – anderswo meist in die Untergeschosse verbannten – Operationssälen des Klinikums kann bei Tageslicht gearbeitet werde.

Zugang mit Zutrittskontrolle vom Haupttreppenhaus in den Labor- und Verwaltungsbereich
Bild: Novoferm

Herausforderungen für den Brandschutz
Das „Bauen mit Licht“ stellt allerdings zusätzliche Anforderungen, auch an den baulichen Brandschutz. Der ist in Krankenhäusern allein deshalb von besonderer Bedeutung, weil Krankenhauspatienten in der Regel nicht oder nur bedingt mobil sind; Evakuierungen sind hier nicht so schnell und nicht so koordiniert möglich wie in Gebäuden mit Dauernutzern, die durch Brandschutzübungen geschult werden. Das zeigte beispielsweise ein Großbrand im Klinikum Bochumer Bergmannsheil im Jahr 2016, wo es trotz zügiger Räumung zu zwei Toten und zehn Verletzten kam. Das Feuer hatte sich über das ganze Haus ausgebreitet, das Brandereignis war beim Eintreffen der Feuerwehr viel weiter fortgeschritten, als angenommen. Vermutet wird, dass ein ungeschütztes Bettenlager dem Feuer Nahrung geliefert hatte. Noch sind nicht alle Fragen geklärt, aber der Fall zeigt, wie wichtig es ist, dass Brand- und Rauschutztüren nach dem Stand der Technik eingebaut werden. Sie sind deshalb maßgebliche Faktoren, um eine Ausbreitung des Feuers und die Verrauchung des Gebäudes zu verhindern. 

Brandschutztür „NovoFire“ mit einem Paneel im Logistikbereich der Klinik
Bild: Novoferm

Beim Bau des Gesundheitscampus wurde diese Erkenntnis konsequent umgesetzt, zur Abtrennung bzw. Verbindung der Brandabschnitte kamen „NovoFire“ Aluminium Rohrrahmentüren von Novoferm zum Einsatz. Ausschlaggebend dafür war nicht allein, dass diese Türen bei ihrer Kernfunktion Brandschutz den aktuellen wie den zukünftigen EU-weiten Normen entsprechen. Novoferm erweitert mit den NovoFire Brandschutztüren auch den gestalterischen Spielraum der Planer und variiert die Türen entsprechend zusätzlicher Anforderungen des Gebäudes. Brandschutz, so die Philosophie dahinter, soll Gestaltung und Funktion des Krankenhauses nicht einschränken, sondern wo immer möglich unterstützen. So sind zum Beispiel im Notfall der sichere Abschluss der Brandabschnitte eine absolute Notwendigkeit und im täglichen Klinikbetrieb schnelle und barrierefreie Bewegungs- und Transportmöglichkeiten zwischen Zimmern und anderen Funktionsbereichen unverzichtbar. Mit einer Flügelbreite von 1.450 Millimetern haben die Novoferm Brandschutztüren in Sendling daher ein Sondermaß, um den problemlosen Bettentransport zu gewährleisten. Offen gehalten werden die Türen während des Betriebs durch Haftmagnete, was zudem eine besonders wirtschaftliche Lösung ist, weil sie Türantriebe zwischen den Stationen verzichtbar macht.
Zu den Qualitätsmerkmalen eines modernen Krankenhauses gehören darüber hinaus die Faktoren Sicherheit und Hygiene. Auch dem tragen kundenorientierte Hersteller von Brandschutztüren heute Rechnung. In der neuen Sana-Klinik wurden beispielsweise zahlreiche Türen vor sicherheitssensiblen Bereichen mit Sonderschlössern und spezifizierter Zutrittskontrolle ausgestattet. Auch die Einhaltung höchster Hygienestandards – insbesondere in OP-Bereichen oder in der Intensivpflege – wird durch die Konstruktion moderner Brandschutztüren erleichtert. Die Aluminium-Profile sind passgenau gearbeitet und weisen pflegeleichte Oberflächen auf.

Stationstür „NovoFire T30-2“ mit elektrischen Haftmagneten zur Offenhaltung im Tagesbetrieb
Bild: Novoferm

Kliniken bieten heute mehr
Der Neubau des Sana Gesundheitscampuserfüllt die Anforderungen medizinischer Exzellenz,strikter Patientenorientierung undder städtebaulichen Rahmenbedingungen –bietet also deutlich mehr als das medizinischund pflegerisch Notwendige an Funktion undKomfort. Das „mehr als notwendig“ wurdeauch beim Thema Brandschutz realisiert. Stattsich mit reiner Schutzfunktion zu begnügen,wurden die Lösungen dem architektonischenGesamtkonzept angepasst. Denn höchsteSicherheitsanforderungen könnten natürlichkostengünstiger erfüllt werden, wennauf 3.000 Millimeter hohe Brandschutztüren,zum Beispiel im Eingangsbereich des SanaGesundheitscampus, verzichtet und auf Standardformatezurückgegriffen wird. SolcheKompromisse standen bei der Planung desGesundheitscampus erst gar nicht zur Diskussion,denn Form und Funktion wurden zusammen betrachtet.
In der Fachöffentlichkeit wird oft daraufhingewiesen, dass Architekten von Krankenhäusernaufgrund des Kostendrucks soweitwie möglich beim Brandschutz sparen. Sieerfüllen die Pflicht, beschränken sich aberauf das gesetzliche Minimum. Als ein Grunddafür wird angeführt, dass es für die Sonderbauten„Krankenhäuser“ keine bundesweiteinheitlichen Brandschutzregeln gibt. Sanajedenfalls hat nicht nur beim PflichtprogrammBrandschutz, sondern, wichtiger noch, beimarchitektonischen Konzept insgesamt wie beider Ausstattung im Detail mehr investiert, alsrechnerisch notwendig. Damit soll die Lebens-,Aufenthalts- und Arbeitsqualität deskomplexen Funktionssystems Krankenhausaufgewertet werden.

www.novoferm.de