14.11.2018 | Ausgabe 11/2018

Sichere Arbeitswelt 4.0

Brandschutzlösungen für einen Büroneubau in Freiburg

Das neue Gebäude der Haufe Group in Freiburg: Für die Einsatzkräfte der Feuerwehr gibt es einen separaten Eingang (links im Bild). / Quelle: Hekatron

Flexible Arbeitsplätze, frei gestaltbare Arbeitszeiten und ein Bürodesign, das die kreative Freiheit unterstützt: Was für viele Unternehmen nach Zukunftsmusik klingt, ist bei der Haufe Group am Hauptstandort in Freiburg Realität. Das Unternehmen errichtete ein Gebäude, das sich über zehn Stockwerke erstreckt und eine Arbeitswelt 4.0 ermöglicht. Doch die Bauherren legten nicht nur Wert auf die Gestaltung der Arbeitsplatzumgebung, sondern statteten das Hochhaus auch mit zeitgemäßen Brandschutzlösungen aus .

Am Standort in Freiburg stehen auf einer Gesamtfläche von 46.000 Quadratmetern insgesamt sieben Bürogebäude, rund 1.000 Angestellte und viele Freelancer arbeiten hier. Aus den Kerngeschäften eines traditionellen  erlags hat sich die Gruppe heute zu einem internationalen Anbieter digitaler Arbeitsplatzlösungen gewandelt. Diese Transformation wird in vielerlei Hinsicht sichtbar: Aus einer klassischen Organisation wurde eine projektbezogene  atrixorganisation, aus Einzelbüros wurden flexible Arbeitsplätze. Ganz im Sinne des vernetzten Campusgedankens wandern die Mitarbeiter je nach Teamzusammenstellung zwischen den Häusern und damit Räumlichkeiten. So soll der Austausch zwischen  llen Angestellten erleichtert und auch intensiviert werden.

Das neu errichtete Gebäude verfolgt ebenfalls diesen Ansatz und verfügt deshalb auf zehn Stockwerken über weitläufige Räume, die nicht nur Büros beinhalten, sondern auch viele der insgesamt 125 Kommunikationsräume. „Wir haben die Anforderungen an das Gebäude zusammen mit den Mitarbeitern erarbeitet, das Konzept entspricht ihren Wünschen an die Arbeitswelt der Zukunft“, sagt Matthias Walther, Bereichsleiter Facility Management & Services bei der Haufe Group.  ür weite Teile der Belegschaft standen feste Arbeitsplätze nicht mehr auf der Wunschliste. Dank der Möglichkeiten der Digitalisierung  st eine flexible Arbeitswelt entstanden, die durch Betriebsrestaurants und Terrassen abgerundet wird. Das heißt, jeder der Beschäftigten kann am ganzen Campus arbeiten, wann und wo er will.

Flexible Arbeitsplätze brauchen neue Sicherheitskonzepte
„Auf unserem Freiburger Campus arbeiten sehr viele Menschen zusammen. Und die gilt es zu schützen“, macht Matthias Walther klar. „Das Unternehmen legt großen Wert auf die Menschen, die hier arbeiten und ihr Wohlergehen.“ Dabei geht es nicht nur um die modernen Arbeitsplatzlösungen, sondern auch um Sicherheit. Und die zu gewährleisten sei Aufgabe des Arbeitgebers, denn durch die flexiblen Arbeitsplatzlösungen können Mitarbeiter weniger gut für ihren eigenen Schutz sorgen. „An jedem neuen Arbeitsplatz kennt sich der Mitarbeiter nicht aus“, erklärt Walther. „Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass im Ernstfall Sicherheitsmechanismen greifen, die ihn leiten. Wenn es beispielsweise brennt, müssen die Menschen sicher aus dem  Gebäude geführt werden.“ Das ist bei einem Campuskonzept elementar: „Sind etwa Kollegen aus anderen Gebäuden, Niederlassungen oder dem Ausland vor Ort, können wir ja nicht jedes Mal eine Brandschutzübung durchführen.“ Und genau hier kommt das umfassende Brandschutzkonzept ins Spiel und damit auch Hekatron Brandschutz als Partner für das sichere Gebäude der Zukunft. Seit über 50 Jahren wird hier an Lösungen gefeilt. Im neuen  Gebäude der Haufe Group gibt es deshalb nicht nur eine moderne Brandmeldeanlage von Hekatron Brandschutz, die auf die Feuerwehr aufgeschaltet ist, sondern auch eine Sprachalarmanlage. Das bedeutet, dass die Anwesenden im Brandfall auf Deutsch und Englisch zum Verlassen des Gebäudes aufgefordert werden.

Die gesetzlichen und baulichen Brandschutzvorgaben sind bei Hochhäusern zwar sehr aufwändig, aber ein absolutes Muss, findet der Facility Manager. Die Umsetzung eines solchen Großprojekts funktioniert erfahrungsgemäß aber nur gemeinsam mit einem zuverlässigen Partner reibungslos. „Mit der Securitas Sicherheitstechnik aus Emmendingen haben wir bereits bei vielen Projekten erfolgreich zusammengearbeitet und daher fiel uns die Entscheidung leicht“, erläutert Walther. Bis auf eines der Gebäude hat der Errichter alle anderen mit Brandschutzlösungen ausgestattet. „Mit der Betreuung der Projekte waren wir immer mehr als zufrieden.“

Zusammen haben Matthias Walther, Bereichsleiter Facility Management & Services bei der Haufe Group, Harald Dams, Geschäftsführer der Securitas Sicherheitstechnik, und Timo Amrhein, Gebietsverkaufsleiter Hekatron Brandschutz, ein Brandschutzkonzept entwickelt, das den Frankfurter „Richtlinien über die bauaufsichtliche Behandlung von Hochhäusern“ entspricht. Sie gelten als die strengsten der Branche. / Quelle: Hekatron

Strenge Richtlinien erfüllt
Den Geschäftsführer der Securitas Sicherheitstechnik Harald Dams freut das Lob. Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist für ihn dabei, dass alle Partner an „einem Strang ziehen“. Denn die Richtlinien, die im neuen Gebäude einzuhalten waren, waren streng und mit hohen Anforderungen verbunden. „Zusammen mit Hekatron Brandschutz haben wir Pläne erstellt, die alles berücksichtigen und eine sichere Nutzung des Gebäudes erst möglich machen“, so Dams. Die Pläne wurden dann gemeinsam mit dem Architekten und den Bauherren besprochen und auch mit der Stadt Freiburg und der ansässigen Feuerwehr diskutiert. Da die Stadt mit Projekten dieser Größenordnung eher wenig Erfahrung hat, wurde auf Nummer sicher gegangen. Das heißt, der Brandschutz musste die Vorgaben der Frankfurter „Richtlinien über die bauaufsichtliche Behandlung von Hochhäusern“, die als die strengsten der Branche gelten, erfüllen. „Wir haben diese Anforderung gut gelöst und letztendlich sogar ein großes Lob von der Feuerwehr erhalten, dass hier alles tatsächlich so  umgesetzt wurde, wie es vorgeschrieben ist“, erzählt Matthias Walther. Erfüllt werden mussten beispielsweise die Anwendungsnormen DIN und DIN VDE 0833 sowie die technischen Anschlussbedingungen (TAB) der Stadt.

Im neuen Gebäude von Haufe ist eine Hekatron Brandmelderzentrale „Integral IP“ installiert. Auf zwölf Ringleitungen überwachen insgesamt 1.052 automatische Mehrfachsensormelder die Räumlichkeiten, zusätzlich stehen 25 Handfeuermelder zur manuellen Alarmauslösung zur Verfügung. Die beiden Aufzüge im Gebäude sind jeweils mit einem Ansaugrauchmelder ausgestattet, in den Zu- und Abluftkanälen sorgen 16 Lüftungskanalmelder für Sicherheit. Im Ernstfall greift laut Dams die ausgeklügelte Brandschutzmatrix. Sie ist das „Gehirn“ der Brandmeldeanlage und steuert, welche Aktionen ausgelöst werden, sobald ein Alarmfall eintritt. Neben  irenen, die im ganzen Gebäude ertönen, wird die Sprachalarmierung mit ihren 700  autsprechern aktiviert – je nach Situation löst auch die Sprinkleranlage aus und die entsprechenden Brandschutztüren schließen. Das weitläufige Foyer mit Glasfront unterliegt dabei einer besonders strengen Gefahreneinordnungund lässt sich durch ein Brandschutztor  vom Rest des Gebäudes abschotten. Die Feuerweh ranlaufstelle befindet sich an einem separaten Eingang zum Neubau. Dort kann die Feuerwehr mit einer Sprechstelle über die Sprachalarmanlage Anweisungen in das Gebäude übermitteln.