20.05.2019 | Ausgabe 5/2019

Versickerungsanlage für trockene Hallen

Module speichern rund 290.000 l Wasser

Ein Eventausstatter hat an seinem neuen Standort eine stabile Versickerungsgrube gebaut. Mit der ausgeführten Erdüberdeckung von 120 cm bis Oberkante Gelände ist das Rigolensystem bis SLW 60 überfahrbar. / Quelle: Graf

Ein Eventausstatter hat sechs Jahre nach seiner Gründung im Sommer 2018 in Feldkirchen einen neuen Standort bezogen, an dem Lager, Logistik und die Verwaltung konzentriert sind. Das Niederschlagswasser der rund 8.000 m2 großen Dachflächen wird in eine unterirdische  Versickerungsanlage geleitet.

Auf einer Grundstücksfläche von 13.400 m2 sind bisher für das Unternehmen Party Rent  3.900 m2 Büro- und Prozessflächen und 3.800 m2 Hallenflächen entstanden. Bereits für 2020 ist die Erweiterung der Gebäude geplant. Kompaktheit ist außen wie innen das strukturelle Leitbild des Neubaus. Der monolithische Baukörper setzt den Rahmen um komplexe innere Prozesse. Bei der Gestaltung wurde auf eine homogene, kompakte und  zeitlose Optik Wert gelegt. Innen führt sich dies durch geradlinige Formen, Materialien und Farben fort. Der Showroom bietet auf 500 m² die Möglichkeit, Eventkonzepte bereits vor  er eigentlichen Veranstaltung real erlebbar  zu machen. Hinzu kommen eine Showküche und eine 250 m² große Terrasse samt Blick auf das umliegende Alpenpanorama. Beheizt wird das Gebäude mit einem  Blockheizkraftwerk; damit kann der Energiebedarf für Spül- und Lagertechnik fast  omplett gedeckt werden. Auch bei der Entwässerung der Dachflächen entspricht das Gebäudekonzept neuesten Anforderungen der Behörden. Die Baubehörde hat eine Entwässerung der Dachflächen auf dem Grundstück verlangt, um vor allem bei Starkregenereignissen  eine hydraulische Überlastung der Kanalisation zu vermeiden. Unter der Lieferzufahrt können bis zu 287.280 l Wasser kontrolliert versickert werden. Für das der Versickerung zugeführte Niederschlagswasser entfallen die Niederschlagswassergebühren.

Die Erd-Tiefbau-Spezialisten
haben für die Regenwasserversickerung
eine Baugrube von 980 m3 ausgehoben. / Quelle: Schneider Erd-Tiefbau

Lageweise Verdichtung der Baugrube
Die Versickerungsanlage ist innerhalb von nur sieben Arbeitstagen entstanden. Dafür hat das beauftragte Erd-Tiefbau-Unternehmen zunächst eine Baugrube (34 x 13 x 3,35 m) ausgehoben. Drei Mitarbeiter fügten innerhalb von eineinhalb Arbeitstagen die 684 Module vor Ort zu einem Blockverbund zusammen. Die Versickerungsanlage hat Außenabmessungen  on 26,40 m x 5,60 m x 1,98 m. Dazu wurden die Block-Module in drei Lagen installiert und anschließend mit Geotextil umschlossen.

Nach der Montage des Blockverbunds wurden die Rohrpositionen für den Zu- und Ablauf sowie die Entlüftung positioniert. Zum Anschluss der Zulaufleitungen wurde eine Adapterplatte montiert. Die Adapterplatte integriert die Nennweiten DN 300, 400 und 500 in einem mehrstufigen Anschlussstutzen. Damit konnte vor Ort der Anschluss an die vorhandene Rohrdimension der zwei Zulaufrohre mit zwei vorgesetzten Lamellenklärern vorgenommen  werden. Zudem wurden vier Rohre zur Entlüftung angeschlossen.

Die Baugrube wurde nach dem Einbau des Versickerungsystems mit Kies verfüllt und lageweise verdichtet. Mit der ausgeführten Erdüberdeckung von 120 cm bis Geländeoberkante ist das Rigolensystem bis SLW 60  überfahrbar. Der Hersteller fordert für diesen Lastfall eine minimale Erdüberdeckung von nur 80 cm.

Die hohe Wirtschaftlichkeit bei Einbau und Betrieb war für das planende Ingenieurbüro und den Generalunternehmer maßgebendes Kriterium für den Einsatz der Block-Module. Durch die vormontierten Module wurde nur wenig Zubehör und keine Werkzeuge benötigt.

Dank der integrierten Zentrierung sind die montagefreundlichen Module lediglich horizontal zu verbinden. So werden sie zu einem hochstabilen Blockverbund zusammengefügt, obwohl bis zu 60 % weniger Ver bindungspunkte gegenüber herkömmlichen Rigolensystemen benötigt werden – und sparen viel Zeit bei der Montage. Hergestellt wurden die Module aus 100 % recyceltem  Kunststoff. Sie sind konstruktiv auf eine Nutzungsdauer von mindestens 50 Jahren unter Berücksichtigung einer zweifachen Sicherheit ausgelegt und mit gängigen Inspektionskameras inspizierbar.

Der Rigolenkörper wurden abschließend mit Geotextil umschlossen. / Graf

Schachtsystem passgenau integriert
In den Blockverbund sind drei Schachtsysteme passgenau integriert. Dadurch war kein zusätzlicher Aushub notwendig und das Schachtvolumen wird in das Fassungsvermögen des Regenrückhaltesystems einbezogen. Das modulare System ermöglicht die freie Positionierung benötigter Schächte ohne statische Einschränkungen. Das Schachtsystem bietet die Möglichkeit  zum Anschluss großer Rohrdurchmesser bis DN 400. Mit dem um 360° drehbaren VS-Zulaufmodul können Anschlüsse bis DN 300 ohne zusätzliche Anschlussbögen realisiert werden. Eine lichte Weite des Schachts von 600 mm erleichtert bei späteren Revisionen den Zugang. Der Teleskop-Domschacht  ermöglicht die stufenlose Anpassung an die Erdüberdeckung bis zur Geländeoberkante. In Verbindung mit einem Teleskop-Domschacht ist das System bis SLW 60 überfahrbar. Die Schächte wurden projektspezifisch vormontiert und anschlussfertig angeliefert. Dies sparte bei der Installation zusätzliche Zeit.


 

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