20.05.2019 | Ausgabe 5/2019

Wenn die Leistung vom Ursprung abweicht

Ermittlung von Produktivitätsänderungen

Bei komplexen Baumaßnahmen sind die in der Fachliteratur gängigen Berechnungsverfahren zu Produktivitätsänderungen praktisch nicht anwendbar, da sich Störungen im Bauablauf aus einer Summe von Ursachen zusammensetzen können. / Quelle: pitb_1/AdobeStock

Viele Bauvorhaben werden mit Abweichungen bzw. Störungen von den technischen und zeitlichen Vorgaben, die bei Vertragsschluss die Grundlage für die Projektrealisierung darstellten, abgewickelt. Diese sind durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst; eine Folge können Produktivitäts(ver-)änderungen sein. In der Fachliteratur gibt es viele Verfahren, die anhand der Einflussfaktoren die Produktivitätsänderungen ermitteln. Dieser Beitrag gibt einen groben Überblick über die unterschiedlichen Formen der Produktivitätsänderungen sowie eine kurze Erläuterung typischer Berechnungsverfahren. Darauf aufbauend werden die Grenzen dieser Methoden, insbesondere bei komplexen Baumaßnahmen, aufgezeigt – bis hin zu einer Darstellung alternativer Berechnungs- und Nachweismöglichkeiten, welche insbesondere bei komplexen Baumaßnahmen eine Ermittlung der Produktivtätsänderungen ermöglichen.

Der Begriff „Produktivitätsänderung“ lässt sich unter verschiedenen Gesichtspunkten betrachten. Im baubetrieblichen Zusammenhang stellt eine Veränderung der Produktivität die Leistungsdifferenz zwischen dem ursprünglich geplanten und dem tatsächlichen Herstellungsprozess dar. Die „Produktivität“ ist dabei das Verhältnis von Produktionsergebnis (kurz: Output) zur Einsatzmenge der Produktionsfaktoren (kurz: Input) [1, 2]:

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