01.08.2010 | Ausgabe 7-8/2010

Modell für alle Länder?

Die gesetzliche Mitgliedschaft in der Baukammer Berlin für alle im Bauwesen tätigen Ingenieure könnte ein Beispiel für ein bundesweites Berufsausübungsrecht sein

DER EINSTURZ des Kölner Stadtarchivs hat den politischen Ruf nach effektiver Kontrolle am Bau laut werden lassen – die eigentliche Aufgabe der Kammern der Ingenieure als Körperschaften des öffentlichen Rechts. Sie müssen den Risiken modernen Bauens durch eine berufsständische unabhängige Überwachung begegnen, und zwar, wie viele ihrer Vetreter meinen, am wirksamsten durch eine Pflichtmitgliedschaft aller am Bau tätigen Ingenieure. Quelle: Oliver Berg/picture alliance/dpa

Die Ingenieure haben als einzige bedeutende Gruppe der Freiberufler noch immer kein Berufsausübungsrecht, das durch die Pflichtmitgliedschaft in einer Berufskammer gesichert ist. Unterstützung dafür von der Politik ernsthaft zu erwarten, war zu Zeiten der Privatisierung und Deregulierung aussichtslos; heute aber ist die Frage wieder berechtigt, deren Begründung im folgenden Beitrag am Beispiel der gesetzlichen Situation in Berlin gegeben wird. Ist es, was in Berlin schon lange Fakt ist, nicht in allen Ländern geboten, den Verbraucherschutz mit einer obligatorischen Mitgliedschaft aller am Bau tätigen Ingenieure in einer Ingenieurkammer zu stärken? Ganz aktuell ist diese Frage vor kurzem von einem unabhängigen Gutachter uneingeschränkt bejaht worden – übrigens auch unter EU-rechtlichen Aspekten.

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