22.10.2019 | Ausgabe 10/2019

Direkter Mittler zwischen Revit und Excel

Neue Software für mehr Komfort in der BIM-Planung

Abb. 1: Türlisten mit Tables. / Quelle: Vielmo Architekten

Die Automationsexperten der Planworks UG haben mit dem Plugin „Tables“ für die BIM-Planungssoftware Revit von Autodesk eine neue, zu 100 Prozent Microsoft-Excel-kompatible IT-Lösung in den Markt eingeführt. Tables kann an jedem Revit-Arbeitsplatz entlang der Wertschöpfungskette des Bauens eingesetzt werden.

Ingenieure und Architekten sowie BIM-Modellierer, -Koordinatoren und -Manager, die mit Aufgaben in den Bereichen Planung und Projektsteuerung bis hin zum Facility Management betraut sind, können von den Vorzügen dieser neuen, in Revit integrierten Tabellenkalkulation unmittelbar profitieren. Die neue Lösung erlaubt den einfachen Export und Import von Bauteilinformationen aus Autodesk Revit und die Erstellung eigener, komplexer Tabellen direkt im nativen MS-Excel-Format (xlsx). Im Gegensatz zu zahlreichen Tools für den Informationsaustausch zwischen Revit und Excel erfordert die neue Software keinen separaten Export nach Excel und kann Bauteile ohne Cut zeitgleich in beiden Programmen anzeigen. Auch eine parallele, bidirektionale Bearbeitung ist mit Tables möglich. Die Lösung vereinfacht auf diese Weise zum Beispiel die Aufgaben in der Qualitätssicherung und Kostenplanung und bietet darüber hinaus viele weitere Möglichkeiten für eine transparente Kommunikation mit Projektpartnern, die selbst nicht mit 3DBIM- Softwaresystemen arbeiten.

Das in Stuttgart und Berlin ansässige Planungsbüro Vielmo Architekten sowie das als Generalplaner tätige Ingenieurbüro Julius Berger International GmbH, Wiesbaden, haben die Vorteile der neuen Lösung, die als direkter Mittler zwischen Autodesk Revit und Microsoft Excel gilt, bereits kennen und schätzen gelernt. 

Abb. 2: Durchbrüche / Quelle: Vielmo Architekten

Tool für Erfolg versprechende BIM-Planung
Die Hauptaufgabe im täglichen Business von Nicolai Neumann, verantwortlicher BIM-Manager bei Vielmo Architekten, ist das Generieren von Daten direkt aus dem Revit-Gebäudeinformationsmodell. Während Autodesk Revit Benutzern nicht selbstverständlich die Verwendung aller Informationen innerhalb der Datenbank gewährt, ermöglicht Tables von Planworks kategorienübergreifenden Zugriff auf alle Parameter und erlaubt darüber hinaus auch die Erstellung von Listen sämtlicher möglicher Verbindungen und Verknüpfungen. Für Neumann schließt die Tabellenkalkulationslösung der Stuttgarter Softwareschmiede damit eine der letzten großen Lücken innerhalb der BIM-Planung. Das Architekturbüro begann im ersten Schritt mit nur wenigen Softwarelizenzen speziell für diejenigen Mitarbeiter, die mit der Auswertung von Daten aus dem Modell betraut sind. Da sich das System im Planungsbüro schnell etablierte, war Tables bereits nach kurzer Zeit in nahezu jedem Bereich im Einsatz. „Jeder, der sich mit MS Excel auskennt, kann in kürzester Zeit auch mit Tables vernünftig arbeiten“, weiß der Experte. Für Nicolai Neumann ist Tables quasi das Schweizer Taschenmesser für eine zielführende, Erfolg versprechende BIMPlanung. Denn wann immer in Revit sehr viele Schritte manuell zu erledigen sind, beispielsweise bei der Planerstellung, führt Tables den Anwender dank intelligenter Automatisierung deutlich schneller zum Ziel.

Abb. 3: Stückliste Fertigteilbalken in Tables: Auflistung von Fertigteilbalken in einer Ansicht. In Revit so nicht möglich. / Quelle: Julius Berger International

Von BIM-Anwendern für BIM-Anwender
Ein großer Vorteil ist für Neumann und Vielmo Architekten der interaktive Austausch mit denProfis im Hause Planworks: „Die Software wird von echten BIM-Anwendern für BIM-Anwender entwickelt“, erklärt der BIM-Manager. „Das ist ein absolutes Alleinstellungsmerkmal der Planworks-Softwarelösung. Im Gegensatz zu großen Softwarehäusern liefert der Stuttgarter Hersteller nach Kundenfeedback in regelmäßigen Abständen Updates und Upgrades mit vielen neuen Funktionen, die wichtig für den Arbeitsalltag im Umfeld des Building Information Modeling sind. Der direkte und intensive Austausch mit den Anwendern ist dem Hersteller besonders wichtig, um die Anwendung kontinuierlich zu optimieren. 

Verbesserte partnerschaftliche Zusammenarbeit
In der Praxis konnte die neue Software zunächst bei den Türlisten im Hause Vielmo die Architekten überzeugen: „Türen sind bei uns diejenigen Objekte mit den meisten Informationen – das sind mehr als 170 Parameter“, erklärt Neumann. „Mit Hilfe von Tables sind wir in der Lage, diese vollständig mit MSExcel- kompatiblen Formeln und Regeln zu bestücken (Abb. 1). Die innerhalb von Planworks Tables generierten Türlisten eignen sich optimal für die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Fachplanern. Insbesondere auch bei denjenigen Büros, die selbst keine BIMPlanung in 3D vornehmen. Sie erhalten die MS-Excel-kompatiblen Tabellen aus Tables, können diese bequem in MS Excel bearbeiten und ergänzen, und wir lesen diese mit den entsprechenden Anpassungen am Ende wieder mittels Tables in Revit ein. Und das ganz ohne Informationsverlust. Auf diese Weise eröffnet uns die Software die Möglichkeit, mit allen Planern zusammenzuarbeiten und diese in den BIM-Prozess aktiv einzubinden“, freut sich Neumann. Weiter ist die Tables-Lösung vorteilhaft für interne Abstimmungen, etwa mit Projektsteuerern, die selbst nicht aktiv am 3D-Modell mitarbeiten. Die übersichtlichen Tabellen geben auf einfache Weise Einblick in für ihre Belange relevante Projektinformationen. 

Koordination von 3D-Modellen leicht gemacht
Des Weiteren konnte eine direkte Verknüpfung von Modellen mit Hilfe von Tables geschaffen werden. Der Vergleich von Durchbrüchen mit TGA- und Elektroplanern erforderte die Koordination zweier unterschiedlicher Modelle, die nicht miteinander kompatibel sind. Zu diesem Zweck erstellten Neumann und sein Team spezielle Formeln in Tables die ihnen dabei halfen, die unterschiedlichen Modelle zu vergleichen (Abb.2). „Hierbei haben wir enorm viel Arbeit eingespart“, berichtet der BIM-Manager. „Und das Schöne an Tables: Sämtliche innerhalb von Tables im Rahmen einer Baumaßnahme erstellten Arbeitsmappen können für alle weiteren Aufgaben erneut verwendet und ganz einfach per Mausklick an neue Projekte adaptiert werden – einschließlich der Formatierungen“, fasst der Experte zusammen.  Selbsterklärend und flexibel
Auch bei Julius Berger International (JBI) arbeiten nahezu 20 Personen in Architektur und Tragwerksplanung mit dem neuen Tool von Planworks. Die Möglichkeit, Mitarbeiter mit Hilfe von Tables in den BIM-Prozess einzubinden, wird im Ingenieurbüro ebenfalls sehr geschätzt. „Tables ist selbsterklärend und flexibel“, erklärt Christian Löffler aus dem Bereich Structural Design und ebenfalls als BIM-Manager im Unternehmen tätig. „Mit Tabellenkalkulationssystemen sind nahezu alle Mitarbeiter in unserem Hause vertraut, weshalb Tables nur wenig Schulungsbedarf erforderte und die Kollegen sich sehr schnell darin zurechtfanden. Architekten beispielsweise pflegen in Tables bequem Materialinformationen ein, die wir als Parameterwerte rückwirkend wiederum in Revit übertragen“, berichtet der Experte.

Bauteillistenprogramm mit sehr großem Leistungsumfang
Die neue Software von Planworks hat vom Start weg als „Bauteillistenprogramm XXL“ im Hause JBI überzeugt. Löffler und seine Kollegen schätzen die umfassenden Möglichkeiten, die ihnen das Programm bei der Arbeit mit in Revit erstellten BIM-Modellen bietet. Die zahlreichen Parameter und Filterfunktionen erlauben es den Tragwerksplanern und Architekten, besonders komplexe und gleichzeitig exakt an die Anforderungen des Unternehmens angepasste Bauteillisten aus individuell zusammengestellten Kategorien, beispielsweise aus Stützen und Wänden in Kombination, zu erzeugen (Abb. 3). Einen Mehrwert erbringen darüber hinaus auch in Tables erzeugte Diagramme und der Einbau von Bildern. Und nicht zuletzt dienen einmal erstellte Bauteillisten als Vorlagen für alle weiteren anstehenden Planungsaufgaben. Mit nur einem Klick sind die Tables-Listen mit allen Informationen neuer Projekte bestückt – inklusive Formatierungen und Layout. 

Einrichtung von Modellen und Angebotsbearbeitung
Die Software von Planworks nimmt zwischenzeitlich in nahezu allen Phasen der Planung bei JBI eine wichtige Rolle ein: So unterstützt Tables JBI beispielsweise in der Phase der Angebotsbearbeitung. Tabellen mit den Bruttogeschossflächen sowie Summen der Wandflächen dienen als Basis für die erforderliche Anzahl an Plänen für die Schal- und Bewehrungsplanung in jedem Projekt. Selbstverständlich können auch diese Listen ohne Aufwand in neue Projekte übertragen werden. 

www.planworks.de
www.vielmo.de
www.julius-berger-int.com