16.05.2018 | Ausgabe 05/2018

Farben für langlebigen Brandschutz

Lebensdauer von Brandschutzbeschichtungen

Bild: Rudolf Hensel GmbH

Brandschutzbeschichtungen sind ein wesentlicher Bestandteil des passiven baulichen Brandschutzes. Sie ermöglichen es, attraktive Stahlkonstruktionen als architektonisches Gestaltungselement sichtbar zu lassen. An den geschützten Stahlprofilen erzielen sie eine Oberfläche, die der anderer Farbanstriche in ihrer Qualität entspricht und lediglich in Abhängigkeit von der gewählten Applikationsmethode mit Pinsel, Rolle oder im Airless-Spritzverfahren variiert. Die Sicherheitsperformance von Brandschutzbeschichtungen wird durch ein aufwendiges Materialprüfungs- und Zulassungsverfahren gesichert.
In der jüngeren Vergangenheit wurde vermehrt die Frage nach der Dauer des Funktionserhalts, also nach der Lebensdauer von Brandschutzbeschichtungen im Vergleich zu anderen Maßnahmen des passiven baulichen Brandschutzes gestellt, denn das Baurecht fordert von Prüfingenieuren, Architekten und Statikern den Nachweis, dass alle bei einem Bauwerk verwendeten Materialien eine Nutzungsdauer von in der Regel über 10 Jahren haben. Wenn dann regelmäßig in den Zulassungen bzw. den technischen Produktbewertungen von Brandschutzbeschichtungen aller Hersteller von einer angenommenen Nutzungsdauer von 10 Jahren geschrieben wird, stellen die Bauverantwortlichen zu Recht Fragen bezüglich des langfristigen Brandschutzes dieser Baustoffe. Im Zuge des nationalen Prüf- und Zulassungsverfahrens nach DIN 4102 wurde der Nachweis der Dauerhaftigkeit an real bewitterten Probekörpern durchgeführt und diese hinsichtlich ihrer reaktiven Brandschutzeigenschaften nach 2, nach 5 und 10 Jahren überprüft. Mit einem positiven Nachweis wurde somit die Mindestlebensdauer der reaktiven Brandschutzbeschichtung definiert, ohne dass damit Aussagen über deren maximale Lebensdauer und ihre Schutzwirkung verbunden waren.
Im Gegensatz zum nationalen Verfahren werden im europäischen Bewertungssystem keine realen Bewitterungen an Probekörpern durchgeführt, sondern es wird unter definierten und kontrollierten Bedingungen eine beschleunigte Kurzzeit-Bewitterung verwendet, die einen Nutzungszeitraum von mindestens 10 Jahren simuliert. Auch hiermit wird lediglich eine Mindestnutzungsdauer nachgewiesen und keine zeitliche Beschränkung der brandschützenden Wirkung der Beschichtungen definiert.
Brandschutzanstriche müssen während der Nutzungsphase in einem ordnungsgemäßen Zustand gehalten werden. Der Bauherr oder Betreiber eines Gebäudes muss durch regelmäßige Sichtkontrolle sicherstellen, dass der Brandschutzanstrich intakt und somit funktionsfähig ist. Sobald Beschädigungen festgestellt werden, müssen diese umgehend ausgebessert werden. Diese Betreiberverpflichtung ist ein wesentliches Instrument der nationalen Zulassungen und stellt insbesondere sicher, dass sich die Brandschutzbeschichtungssysteme dauerhaft in einem funktionsfähigen Zustand befinden.
Die europäische Richtlinie ETAG N° 018 Teil 2 und ihr Folgedokument EAD 350402-00-1106 eröffnen den Herstellern solcher Produkte die Möglichkeit, einen Nachweis über eine Lebensdauer von 25 Jahren im Rahmen eines mit einem akkreditierten Prüfinstitut abgestimmten Prüfverfahrens zu führen. Das Unternehmen Rudolf Hensel hat diese Möglichkeit ergriffen und für ihre europäisch bewerteten/zugelassenen Brandschutzbeschichtungen diese Nachweise geführt und von einer akkreditierten Prüfanstalt entsprechende Bestätigungen für eine anzunehmende Nutzungsdauer von 25 Jahren erhalten. Die Produkte erfüllen zusätzlich Anforderungen über die Kategorie Z2 hinaus bis hin zu den Umweltbedingungen  des kompletten Außenbereichs, Kategorie X. All diese Leistungen bestätigt Hensel in den entsprechenden Leistungserklärungen für die genannten und mit CE gekennzeichneten Bauprodukte.

www.rudolf-hensel.de