17.04.2018 | Ausgabe 04/2018

Tür und Tor für Nachhaltigkeit geöffnet

Neues Versandzentrum in Hollenbach

Bild: Novoferm

Ebm-papst, Hersteller von Ventilatoren und Motoren in der Luft- und Antriebstechnik, hat sein Werk 4 in Hollenbach/Hohenlohekreis um ein neues über 37.000 Quadratmeter großes Versandzentrum erweitert. Erklärtes Unternehmensziel war es dabei, seine besondere Nachhaltigkeit sicherzustellen.

Das Unternehmen Ebm-papst hat über 20.000 Produkte im Programm, von denen die meisten on-demand gefertigt werden. Dennoch wurde zusammen mit dem neuen Versandzentrum ein 33 Meter hohes Hochregallager errichtet, das als Warenpuffer dient. Der überwiegende Teil wird auf den Bereitstellungsflächen der 43 Andockrampen des Versandzentrums gesammelt, sieben weitere Verladeschleusen finden sich im benachbarten, ebenfalls neuen Verpackungslager. Ein Teilbereich der Halle ist für Luftfracht abgeteilt, er fungiert wie ein Check-in-Counter eines Flughafens. Luftfrachtsendungen werden hier mit großen Roentgenscannern und von autorisiertem Personal kontrolliert und anschließend gesichert gelagert, sodass eine Verladung der Ware ohne weitere Kontrollen direkt ins Flugzeug möglich ist. Die dazugehörigen Verladeschleusen besitzen je zwei Sektionaltore: ein reguläres in der gedämmten Fassadenebene und ein weiteres vor Kopf. Damit wird ein „Einschmuggeln“ ungeprüfter Ware in den Hochsicherheitsbereich verhindert.

Insgesamt wurden 74 Novoferm Industrie-Sektionaltore „Thermo 40“ verbaut. 50 davon schließen innenseitig die Verladeschleusen ab, weitere separieren meist interne Bereiche und weisen häufig Schlupftüren auf.
Bild: Novoferm

Benutzergeführte Bedienung erhöht Langlebigkeit
Alle insgesamt 50 Verladeschleusen werden mittels einer Kombisteuerung der Sektionaltore und Überladebrücken benutzergeführt bedient. Die Novoferm Ampelsteuerung „Traffic Advanced“ arbeitet mit einem sensitiven Radkeil. Befindet sich dieser in seiner Halterung in Ruhestellung, leuchtet sie außen grün und innen rot. Liegt der Keil jedoch am Fahrzeugrad an, wechselt die Ampel ihre Farben. Dem Lkw-Fahrer wird außen rot signalisiert, sodass er nicht ungewollt wegfährt; dem Verladepersonal innen wiederum wird grün signalisiert, um hiermit optisch die Freigabe zu einer sicheren Verladung anzuzeigen. Befindet sich zudem diese „elektronische Wegfahrsperre“ nicht in ihrer Arbeitsstellung am Wagenrad, kann die Überladebrücke auch nicht bedient werden. Durch diese Zwangsnutzung des Sicherheitsradkeils wird ein unkontrolliertes Fahrzeug-Wegrollen bzw. komplettes Wegfahren verhindert. Die Ampelschaltung reduziert die Unfallgefahr, vermeidet Schäden und erhöht die Arbeitssicherheit.

Zusätzlich zu den Verladeschleusen gibt es Tore mit Rampenauffahrten. Sie ermöglichen etwa Gabelstaplern ein Verlassen des Versandzentrums.
Bild: Novoferm

Mehr als ökologisch bauen
Nachhaltig bauen bedeutet eine optimale Synthese aus ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Aspekten konstruktiv umzusetzen. Soziokulturell meint dabei eine positive Arbeitsplatzgestaltung, natürlich die Barrierefreiheit, aber auch einen visuellen oder einen thermischen Komfort. Letzteres wird aktiv durch die verwendeten Novoferm-Sektionaltore unterstützt: Alle weisen Klarglasflächen auf, um einen Sichtbezug nach außen zu schaffen. Aber auch die meisten Brandschutztüren besitzen Sichtfenster, wie alle internen sensorgesteuerten Schnelllauftore transparente Folienflächen aufweisen, was einer besseren Orientierung dient.In ihrer nachhaltigen Wirkung so einfach wie überzeugend sind die an ausgewählten Verladeschleusen montierten zusätzlichen acht Rollgitter. Sie gestatten ein Querlüften der Versandhalle bei aufgefahrenen Sektionaltoren, ohne dass Unbefugte diese Halle betreten können.

Das Novoferm Feuerschutz-Schiebetor „T90 SKE 1“ mit einem „NovoSpeed Flex“-Schnelllauftor trennt einen Lagerbereich vom Versandzentrum ab.
Bild: Novoferm

Nachhaltigkeit als Qualität
Steffen Klingler, der für die DGNB-Zertifizierung beauftragte Auditor, attestierte solchen scheinbar banalen Details eine enorme Nachhaltigkeit, weshalb der Bau bereits mit weit über 80 Prozent der erreichbaren Punkte in Platin vorzertifiziert wurde. „100 Prozent schafft man quasi nicht. Aber der Erhalt eines Platin-Zertifikats ist eine beachtliche Qualitätsauszeichnung: Sie zeigt, dass schon während der Planung die richtigen Entscheidungen getroffen wurden, um die drei Basisthemen Ökologie, Ökonomie und Soziokultur in Einklang zu bringen“, kommentiert Felix Jansen, PR-Referent der DGNB die Nachhaltigkeit des Hollenbacher Versandzentrums.