20.10.2020 | Ausgabe 10/2020

Editorial

Chefredakteurin Susanne Scherf

Chefredakteurin Susanne Scherf

Liebe Leserinnen und Leser,

in zahlreichen Gesprächen, ob beruflich oder privat, kristallisierte sich in den vergangenen Wochen etwas Interessantes heraus. Während noch über die eine oder andere Besonderheit dieses Jahres geplaudert, Erfahrungen ausgetauscht und Herausforderungen thematisiert wurden, zeigte sich eines ziemlich deutlich: Ausnahmslos jeder – unabhängig von seiner beruflichen Qualifikation, seines sozialen Status oder seiner persönlichen Vorlieben – hat die Entschleunigung dieses Jahres als wohltuend empfunden. Und mancher wünscht sich sogar, dass es noch ein bisschen so bleibt. Durch äußere Umstände aufgezwungene Ruhepausen, weniger (berufliche) Reisen, ein Reduzieren oder Verkürzen von Besprechungen und Konferenzen. Alles, was sonst so schrecklich wichtig war, ging plötzlich auch eine Nummer kleiner.
Und was man nicht mehr darf oder nur unter strengen Auflagen, übt eine nahezu magische Anziehung aus, lässt die Wertschätzung von Selbstverständlichkeiten steigen.
Warum also lassen sich viele Veränderungen – auch die zum Guten – tatsächlich häufig erst durch Zwang von außen oder „oben“ durchsetzen? Bereits im 18. Jahrhundert wurde formuliert, dass die massive Nutzung einer Ressource zu ihrer Verknappung führt, was in der Konsequenz negative Auswirkungen auf die ökologischen und gesellschaftlichen Verhältnisse hat. Der Gedanke der Nachhaltigkeit hatte damals seinen Ursprung – auch wenn es noch viele Jahrzehnte dauern sollte, bis dieser auch als solcher Eingang in unseren Sprachgebrauch fand.
Für sich genommen ist dieser Gedanke vollkommen schlüssig; sowohl in ökonomischer und gesellschaftlicher als auch in ökologischer Hinsicht.
Wer mehr als das verbraucht, was nachkommt, wer an anderer Stelle mehr produziert als verwertet werden kann, der stört einen funktionierenden Kreislauf und schafft Unausgewogenheit und (künstliche) Probleme. Und doch ist es noch gar nicht so lange her, da wurde belächelt, wer auf dieses anfällige Zusammenspiel zwischen Natur, Klima und Mensch hinwies, den nachlässigen Umgang mit unserer Umwelt und den Ökosystemen anprangerte. Es stellte sich heraus, dass selbst im Hinblick auf unsere eigene Zukunft und die der nachkommenden Generationen, Druck von außen in Form von Regeln, Ge- und Verboten und Vorgaben notwendig sind, um eine lebenswerte und intakte Umwelt (wieder) zu schaffen und zu hinterlassen.
Mittlerweile ist der Gedanke des ökologischen, des „grünen“ Bauens, in unserer Mitte angekommen. Noch nicht immer in dem Umfang, wie es sein könnte. Es ist eher ein vorsichtiges Herantasten. Aber es ist auch keine Randerscheinung mehr, wenn Menschen oder Institutionen es als ihre soziale Verantwortung verstehen, die Bedürfnisse der Menschheit im Einklang mit der Umwelt zu gestalten. Diese Bewusstheit hat in diesem Jahr neuen Schwung bekommen.

Susanne Scherf


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