16.12.2019 | Ausgabe 12/2019

Ein Hotel für Langzeitreisende

Nonkonformität als Geschäftsprinzip

Unterhalb der Lobby befinden sich die archäologischen Reste des ersten Rathauses der mittelalterlichen Stadt Cölln. Foto: Jeld-Wen Deutschland GmbH & Co. KG

Mit dem Capri by Fraser in Berlin-Mitte, in unmittelbarer Nähe zum Roten Rathaus, eröffnete im Sommer 2017 bereits das zweite Hotel der Fraser-Gruppe in Deutschland. Mit dem Grundstück in der Scharrenstraße 22 erwarb man nicht nur ein attraktives Areal an prominenter Stelle zwischen Potsdamer Platz, der Museumsinsel sowie dem Alexanderplatz, sondern setzte auch bei der Innenausstattung der 143 Studio-Apartments neue, frische Akzente in der bundesdeutschen Hotel-Hauptstadt.

Das Konzept von Capri by Fraser, sich von der Konformität typischer Hotels zu lösen und die individuellen Bedürfnisse des Gastes sowie seinen Wunsch nach einem modernen Umfeld in den Fokus zu rücken, geht in den 23 bis 42 Quadratmeter großen Studio-Apartments und Zimmern auf. Hierbei müssen die Innentüren sehr unterschiedliche Kriterien wie Barrierefreiheit, Brandschutz, Transparenz, extreme Maße sowie die typische „Hotelalltagstauglichkeit“ unter Beweis stellen und bei alledem noch das Designkonzept ergänzen.
Mit Blick auf die travelaffine Zielgruppe der „Millennials“ bietet das neue Konzept – ob digital oder analog – alles, was ein modernes Hotel bieten sollte. Darüber hinaus werden insbesondere die Bedürfnisse Langzeitreisender erfüllt. So verfügt ein Großteil der Zimmer über eine eigene Pantry-Küche mit integrierter Waschmaschine. Wer diese Kategorie nicht bucht, bleibt auf seiner dreckigen Wäsche nicht sitzen, sondern kann diese rund um die Uhr in sogenannten „Spin & Play“ Waschzimmern wiederaufbereiten.

Die Türen im „Waschtrakt“ sind extra breit und mit einem großzügigen Lichtausschnitt versehen. So lässt sich im Vorbeigehen ganz leicht auf die räumliche Nutzung schließen. Zugleich wird damit der helle, lichtdurchflutete Raumeindruck – der visuelle rote Faden des gesamten Gebäudes – wiederholt akzentuiert.
Eine besondere Attraktion offenbart sich gleich in der Lobby des Hauses: Ein großzügiger, in der Mitte des Foyers eingelassener Glasboden gibt den Blick frei auf die noch erhaltenen historischen Grundmauern des alten Rathauses vom einstigen Stadtzentrum der mittelalterlichen Stadt Cölln. Aufwendig illuminiert, stellt es ein Highlight der Eingangshalle dar und bietet den anreisenden Gästen auf Anhieb eine angenehme Wohlfühlatmosphäre. Besonders hohe Innentür-Ausführungen unterstreichen die Großzügigkeit des Raumes.
Hotelmanager Doko Majkic war es wichtig, eine einladende Atmosphäre in der Lobby zu schaffen. Jeder Gast soll sich auf Anhieb willkommen fühlen und das Foyer soll zum Verweilen einladen. Ein offener, transluzenter Raum mit hohen Türen war dabei eines der maßgeblichen Kriterien, abgesehen vom einzigartigen Blick auf die Gewölbereste des Rathauses.

Die Türen im „Spin und Play“-Bereich mit Lichtausschnitt. Foto: Jeld-Wen Deutschland GmbH & Co. KG

Stilmix setzt bei Innentüren auf Anpassungsfähigkeit

Der Stilmix aus klassisch-historischen Elementen und frischen, warmen Farbtönen, verbunden mit den modernen Innentüren von Jeld-Wen und bodentiefen Fenstern, die atemberaubende Aussichten ermöglichen, stammt aus der Feder von JOI Design Hamburg, die bereits für das Capri by Fraser Frankfurt ein Designkonzept inklusive der Innentüren von Jeld-Wen umgesetzt hatten.

Barrierefreiheit konsequent umgesetzt

Teil der Firmenphilosophie des Türherstellers ist es, Vordenker in Bezug auf barrierefreie Innenausstattungen zu sein. Die speziell auf die Bedürfnisse behinderter Menschen angepassten Türen kamen in Berlin-Mitte ebenfalls zum Einsatz. Hierbei handelt es sich um extra breite Verbindungstüren, die Gästen im Rollstuhl sowie ihren Begleitern genügend Platz zum Passieren lassen. Inklusion ist Capri ein besonderes Anliegen und Teil des Selbstverständnisses der Fraser-Gruppe.

Die 2210 mm hohen Innentüren in der Lobby unterstreichen den modernen Charakter des Entrees. Foto: Jeld-Wen Deutschland GmbH & Co. KG

Wohlfühlkonzept bedingt variablen Türen-Mix

Das Interieurkonzept des Capri by Fraser Berlin ist modern, hell und gleichzeitig gemütlich. Der Boden und die Holzdetails aus Eiche erden den Besucher und sorgen für ein Gefühl der Behaglichkeit. Das kunterbunte Mobiliar, meist in hellen Farben, wird kombiniert mit Details in Orange und Pink. Alles soll wie eine private, mit Liebe eingerichtete Wohnung wirken, die auch für längere Aufenthalte genau den richtigen Grad von Gemütlichkeit und Coolness widerspiegelt. „Uns war es überaus wichtig“, betont Doko Majkic, „den Gästen ein Höchstmaß an Geborgenheit aber auch Design zu bieten.“ Majkic lobt außerdem die schnelle und reibungslose Zusammenarbeit mit Jeld-Wen.
Als kurz vor der Eröffnung eine wichtige Verbindungstür beschädigt wurde, konnte trotz des Sondermaßes von 2210 mm binnen fünf Tagen eine neue Tür geliefert werden– und die Eröffnung wurde ohne optische Einschränkungen gefeiert. Das Konzept des Capri, auf Individualismus anstatt Konformität zu setzen, scheint aufzugehen. Das Hotel in Berlin-Mitte konnte sich seit der Eröffnung eines steigenden Gästeandrangs und einer stetigen Auslastung erfreuen.

 

Bautafel

Anbieter: Jeld-Wen Deutschland GmbH &Co. KG, Oettingen, www.jeld-wen.de
Objekt: Capri by Fraser, Berlin
Standort: Scharrenstrasse 22, 10178 Berlin, Deutschland
Montage: Gronau, Frankfurt/Oder
Bauherr: Hochtief, Berlin
Betreiber: Frasers Hospitality
Architekt (Entwurf): Ortner & Ortner Baukunst, Berlin
Architekt (Projektsteuerung)
Treiling Architekten, Berlin
Innenarchitekt: JOI-Design, Hamburg

Türen:
361 Türelemente
35 Optima 34
3 Optima 34 mit LÖ 23 (Lichtausschnitt)
132 Optima 30 (FRT = Feuchtraumtür)
191 Typ 42 (SK2) mit Rw,R = 32 dB Schallschutz


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