19.03.2018 | Ausgabe 03/2018

Strukturiertes Arbeiten mit California.pro

Kostenplanung, AVA und Baucontrolling

Bild: Erwin Holzschuh, Neu-Ulm

Die 1956 gegründete Wasser-Müller Ingenieurbüro GmbH bearbeitet Projekte im Hochwasserschutz, Gewässerbau (Abb. 1), in der Wasserwirtschaft und Renaturierung (Abb. 2 und 3). Aber auch Tief-, Straßen- und Landschaftbau gehören zum Leistungsspektrum der Ingenieure aus Biberach. Um den Anforderungen an strukturiertes Arbeiten mittels geeigneter Software zu entsprechen, setzen die Ingenieure auf die durchgängige AVA- und Baukostenmanagement-Software California.pro der Münchener G&W Software AG.

Rund 40 Mitarbeiter beschäftigt das schwäbische Ingenieurbüro mit eigener Vermessungsabteilung, davon sind alleine 18 Ingenieure. Das Kundenklientel setzt sich zu 90 % aus öffentlichen Auftraggebern – Städten, Gemeinden, dem Land Baden-Württemberg aber auch Regierungspräsidien – im Umkreis von 100 Kilometern zusammen. Die restlichen 10% verteilen sich auf industrielle Kunden. Da das ursprünglich eingesetzte AVA-System den Anforderungen von Wasser-Müller nicht mehr entsprach, sah man sich auf dem Markt um und entschied sich nach einer Empfehlung eines befreundeten Ingenieurbüros für das Programm der G&W Software AG. California.pro ist allerdings weit mehr als eine klassische AVA-Software. Mit der ganzheitlichen Lösung für Kostenplanung, AVA und Baucontrolling können die Anwender ihre Projekte von der ersten Kostenschätzung über die Kostenberechnung, Ausschreibung, Vergabe und Abrechnung einschließlich der laufenden Kostenkontrolle bis zur Dokumentation der abgeschlossenen Projekte betreuen.

Trinkwasserbehälter Hagenbuchen des Zweckverbandes Wasserversorgung Unteres Schussental.
Bild: Erwin Holzschuh, Neu-Ulm

Kosten auf Kostenträger aufteilen
So ist für Wasser-Müller ein wesentliches Merkmal die Darstellung der Kosten nach Kostenstellen und Kostenträger oder anderen freiwählbaren Kriterien wie Nutzung oder Bauabschnitte, liefern diese doch den Nachweis der Kostenaufteilung für Rechnungen, Gutschriften und Zahlungsfreigaben. Anwender Julian Hägele, B. Eng., dazu: „Für uns ist das eine der Stärken des Programms, da wir für unsere Auftraggeber die Kosten übersichtlich und transparent nach den unterschiedlichsten Kriterien wie Medien oder Sparten darstellen und diese auch noch nachträglich anlegen können.“ Das erleichtert die Arbeitsweise, denn die Kostenträger sind bei Projektbeginn oft noch nicht bekannt. Darüber hinaus garantiert es eine transparente Darstellung der Kosten nach Kostenstellen und Kostenträgern, was für die Kommunen und Gemeinden eminent notwendig ist.

Aufbau von Stamm-Leistungsverzeichnissen
Die Ingenieure haben völlig neue Mutter-Leistungsverzeichnisse mit den entsprechenden Stammpositionen aufgebaut, da die Bodenklassen 1 - 7 weggefallen und vom Gesetzgeber durch Homogenbereiche ersetzt worden sind. Beim Erstellen eines neuen Leistungsverzeichnisses legen die Planer die grundlegende Struktur fest und definieren, in welche Gewerke oder Lose, mit welchen Kostenträgern und Kostenstellen das LV aufzubauen ist. Danach legen sie die Positionen erst einmal unabhängig von der Menge fest.
Die Ausschreibungstexte entnimmt Wasser-Müller zum größten Teil dem STLB-Bau - Dynamische BauDaten. Da dieses zweimal jährlich aktualisiert wird, entsprechen alle Ausschreibungstexte der aktuellen Ausgabe der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB), den einschlägigen technischen Regelwerken, den öffentlich rechtlichen Bestimmungen und den anerkannten Regeln der Technik. „Damit befinden wir uns juristisch auf der sicheren Seite“, erklärt Geschäftsführer Dipl.-Ing. Steffen Eckhardt und fährt fort: “Für Leistungen, die wir nicht ausreichend mit dem STLB-Bau beschreiben können, haben sich Freitext-Positionen bewährt.“
Um die Mengen zu ermitteln, nutzen die Ingenieure das Aufmaß und Mengenmodul von California.pro. Ingenieur Julian Hägele erläutert: „Das Programm bietet verschiedene Möglichkeiten, der Position eine Menge zuzuweisen, entweder wahlweise direkt im LV oder durch die Erfassung beliebiger Positionen in freier Reihenfolge über das Aufmaßblatt.“ Sind die LVs fertiggestellt, erhalten die Bieter diese ausgedruckt im PDF-Format und als Datei auf einem Stick.

Grundwasserwerk Argendelta des Zweckverbandes Wasserversorgung Unteres Schussental.
Bild: Erwin Holzschuh, Neu-Ulm

Liegen die Angebote vor, werden diese ins Programm eingelesen und der Preisspiegel wird erstellt. Dieser kann im System detailliert oder komprimiert, als Schwerpunkt- oder Ausreißerpreisspiegel mit allen Raffinessen dargestellt werden und sorgt so für eine größtmögliche Transparenz. Das Ingenieurbüro prüft die Angebote technisch und rechnerisch und unterbreitet dem Auftraggeber eine Vergabeempfehlung. Nach Abschluss des Bietergesprächs erstellt Wasser-Müller das Auftragsleistungsverzeichnis und schreibt das ebenso wie den Auftrag im System fest.
Während der Bauphase erhalten die Ingenieure momentan noch das Aufmaß der Auftragnehmer in Papierform. Julian Hägele meint: „Nach der Überprüfung gebe ich die Mengen in die Aufmaßblätter ein.“ Liegen die Rechnungen vor, übermittelt Wasser-Müller dem Auftraggeber Zahlungsempfehlungen mit der geprüften Rechnung inklusive der Mengenermittlung. Diese seien laut Hägele jederzeit nachvollziehbar. Auch sind Soll-Ist-Vergleiche für den Auftraggeber zwischen geplanter und abgerechneter Menge schnell mit der Software erstellt.

Durchgängigkeit des Systems
Geplant ist, die Durchgängigkeit des Systems vollständig zu nutzen. Geschäftsführer Steffen Eckhardt dazu: „Wir möchten mit California.pro den gesamten Planungsprozess angefangen bei der ersten Kostenschätzung über die Kostenberechnung, LV-Erstellung bis hin zur Aufmaßerfassung und Abrechnung lückenlos und nachvollziehbar abdecken und den Auftraggebern gegenüber jede Leistungsphase dokumentieren.“ So kann das Ingenieurbüro mit dem System jeden einzelnen Kostenstand zu Vergleichszwecken festfrieren, um die Auswirkungen auf die Kosten sämtlicher während des Bauablaufes vorgenommener Änderungen bis in die einzelnen Positionen hinein zu erfassen – und das unabhängig davon, ob die Änderungen der Baustelle geschuldet sind oder vom Bauherren gewünscht.
Auch ist mit California.pro eine detaillierte Nachtragsverwaltung inklusive einer lückenlosen, transparenten Historie aller Projektstadien sowie aller Nachtragsstadien möglich. Gerade kommunale Auftraggeber legen viel Wert auf eine lückenlose und transparente Kostendokumentation.

www.gw-software.de

www.wm-bc.de


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