17.08.2017 | Ausgabe 07-08/17

Editorial

Susanne Scherf

Susanne Scherf

Liebe Leserinnen und Leser,

überrascht hat dieser Schritt niemanden. Seit Monaten wurde damit gerechnet, dass die Europäische Kommission im Vertragsverletzungsverfahren Klage gegen die Bundesrepublik Deutschland vor dem Europäischen Gerichtshof einreicht. Das Festhalten an den Mindest- und Höchstsätzen der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure ist der Kommission nach wie vor ein Dorn im Auge.
Deutschland hat sich – unterstützt von Gutachten, die von der Bundesingenieurkammer, der Bundesarchitektenkammer und dem Ausschuss der Verbände und Kammern der Ingenieure und Architekten für die Honorarordnung e.V. in Auftrag gegeben wurden – gut darauf vorbereitet, ihre Argumente für den Erhalt der HOAI sachlich darzulegen.
Letztlich hat es sich in den vergangenen Jahren schon in anderen – den ausgegliederten– Bereichen gezeigt, dass die HOAI zumindest im Ingenieurbau weitestgehend alternativlos ist. Stundensätze sind immer ein Mittelwert und häufig fehlen Vergleichsmöglichkeiten. In sicherheitsrelevanten Bereichen sorgen auskömmliche Honorare für Qualität. Dieser hohe Wert für das Gemeinwohl darf nicht durch ein falsches Wettbewerbsverständnis ausgehöhlt werden.
Welche Höchstleistungen Ingenieure erbringen, wie vielseitig und kreativ sie sein müssen, um ihren Beruf ausüben zu können, darüber berichten wir in jeder Ausgabe. Passend zum Sommer und den damit häufig verbundenen Freizeitparkbesuchen haben wir in diesem Heft mal die Ingenieurleistung hinter der Konstruktion von Achterbahnen in den Fokus gerückt.
Denn Ingenieure begeistern in unzähligen Lebensbereichen – und das Argument, die Öffentlichkeit wisse nicht, was ein Ingenieur alles tut, hat sich überlebt. Das zeigt sich auch in den von den Ingenieurkammern veranstalteten Schülerwettbewerben, die mittlerweile mehrere tausend Jugendliche im Jahr dazu motivieren, ausgefallene Achterbahnen, Skischanzen oder Brücken zu bauen. Sie stehen den Erwachsenen in Sachen Kreativität und Problemlösung in nichts nach und lassen erahnen, welches Potenzial an künftigen Ingenieuren da heranwächst.

Susanne Scherf


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