15.06.2017 | Ausgabe 06/2017

Editorial

Bild: Susanne Scherf

Bild: Susanne Scherf

Liebe Leserinnen und Leser,

„Nachhaltig planen und bauen“ ist der Themenschwerpunkt dieser Ausgabe. Ein ambitionierter Begriff. Nachhaltig. Das klingt nach überlegt, verantwortungsbewusst, beständig, ressourcenschonend. Ein Wort als Spiegel unserer Erwartungshaltungen und Sehnsüchte. Wenn etwas nicht nachhaltig ist, was ist es dann schon wert? Oder bedeutet es im Umkehrschluss sogar, dass alles, was das Prädikat „nachhaltig“ nicht trägt, entsprechend unbeständig, wertlos und gegebenenfalls sogar schädigend ist?
Diese Ausgabe setzt den Fokus auf das Bauen mit Holz. Viele Werkstoffe werden als nachhaltig eingestuft. Sie belasten die Umwelt nicht oder nur wenig, sind in nahezu allen Lebenszyklusphasen eines Gebäudes einsetzbar und in ihrer Herstellung und der Verwendung höchst effizient mit einem minimalen Verbrauch an Energie und Ressourcen.
Was Holz so interessant macht, ist seine Lebendigkeit und die Tatsache, dass es ein in großen Mengen nachwachsender Rohstoff ist – der seit Menschengedenken als Baustoff eingesetzt wird. Wie vielseitig er ist, auch beim Bau von solchen Gebäuden, bei denen man ihn vielleicht weniger vermutet hätte, zeigt ein Beitrag in dieser Ausgabe auf: Er beschreibt die Verwendung von Holz beim Bau einer Tankstelle.
Anleihen aus der Natur nehmen beispielsweise auch Textilwerkstoffe, die immer häufiger im Bauwesen eingesetzt werden. Überhaupt kann man sich in diesem Bereich in Punkto Nachhaltigkeit eine Menge abschauen: Seit der Entstehung der Erde macht uns die Umwelt das Prinzip von Try-and-Error vor - was funktioniert, wird weiterentwickelt, was sich als fehlerhaft und unbrauchbar herausstellt, verschwindet wieder in der Versenkung. Manchmal braucht es einfach nur ausreichend Zeit und Geduld, bis sich das Beste durchsetzt. Zwei Komponenten, die in der gelegentlich sehr aufgeregt geführten Nachhaltigkeitsdebatte über Vor- und Nachteile bestimmter Materialien, Bau- und Vorgehensweisen, fehlen. Denn schlussendlich wird sich erst hinterher herausstellen, was wirklich effizient ist.

Wir widmen uns in diesem Heft außerdem intensiv dem neuen Werkvertragsrecht im BGB. Gleich zwei Beiträge unserer Autoren befassen sich mit den Auswirkungen auf Vertragsgestaltungen und die Regelungen, die es mit sich bringt.

Susanne Scherf


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