01.03.2015 | Ausgabe 03/2015

Editorial

Susanne Scherf

Susanne Scherf

Liebe Leserinnen und Leser,

einen Konsens in schwierigen Fragen zu finden, das ist immer die Kür – egal, ob im Kleinen oder auf den großen Parkett. Das Recht auf die eigene Meinung und darauf, diese auch äußern zu dürfen, ist eine der großen Errungenschaften unserer Gesellschaft. Was mancher dabei gelegentlich vergisst: die Möglichkeit, seinen Standpunkt jederzeit und zu jedem beliebigen Thema kundtun zu können, bedeutet keinesfalls, dann auch immer Recht zu haben.
In der Praxis wird es spätestens dann kompliziert, wenn in einer Auseinandersetzung eine Einigung erreicht werden soll. Es macht die Sache auch nicht wesentlich einfacher, wenn manche der Diskutierenden bestimmte Entwicklungen und Argumente grundsätzlich, kategorisch oder gar störrisch ablehnen. Es gibt zahlreiche Auseinandersetzungen, bei denen kein Konsens erzielt werden kann. Oft darf dies auch gar nicht das Ziel sein. Nicht jedes Vorhaben ist als Glücklichmacher für alle geeignet. Gelegentlich ist es ja schon hilfreich, wenn Projekte, Ideen oder Standpunkte erläutert werden. Das überzeugt zwar in den seltensten Fälle alle Zweifler (was auch gar nicht notwendig ist). Es zeigt jedoch neue Aspekte auf und regt zum Nachdenken an. Im einen oder anderen Fall vielleicht sogar zur kritischen Reflexion des eigenen Standpunkts. Das hilft „der Sache“ und das bringt auch die Menschen voran.
In dieser Ausgabe legt Prof. Dr.-Ing. Gerhard Müller dar, welche Erfahrungswerte die TU München dazu bewogen haben, englischsprachige Masterangebote fest in das universitäre Portfolio zu integrieren. Was von einigen begeistert als innovativ und notwendig begrüßt wird, sehen andere als Anfang vom Ende der deutschen Sprache in der Wissenschaft. Prinzipiell gilt: Aufklärung und Sachlichkeit helfen dabei, Vorurteile und Unverständnis abzubauen und wichtige Entwicklungen nachvollziehbar zu machen, um sie dann vielleicht sogar mitgehen zu können.
Der Baukulturbericht 2014/15 der Bundesstiftung Baukultur ist ein Beispiel für die gelungene Information über ein Thema, das Viele angeht und zahlreiche Lebensbereiche berührt, mit dem sich aber nur vergleichsweise Wenige befassen. Es liegt auf der Hand, dass bei einer so vielschichtigen Materie die unterschiedlichsten Interessen hineinspielen. Und doch gelingt es den Beteiligten, Pflöcke einzuschlagen und Visionen zu entwickeln. Mit geleiteten Diskussionen, umfassender Aufklärung, aktiver Beteiligung wurde – parteiübergreifend – der Bericht von der Bundesregierung und dem Bundestag nun als „Maßstab und Fahrplan“ für alle Verantwortlichen im Bereich der Planung, Politik und Verwaltung gelobt. Es zeigt sich, dass Konzepte, Projekte und Ideen funktionieren können, wenn alle, die daran mitarbeiten, Entwicklungen und Veränderungen als Chance begreifen und offen sind für Neuerungen. Auch wenn dafür gelegentlich Umwege oder Rückschritte in Kauf genommen werden müssen. Das alles ist besser als Stillstand.

Susanne Scherf
sks@deutsches-ingenieurblatt.de


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