17.03.2021 | Ausgabe 03/2021

Zukunftsorientierte Quartiersentwicklung

Digital, variabel, smart: neues Studentenwohnheim in Kassel

Das neue Studentenwohnheim „Variowohnen Kassel“ vereint alle Ansprüche an einen effizienten Wohnungsbau und eine nachhaltige Städteplanung. // Bild: Xella Deutschland GmbH

Mit der Zielsetzung einer nachhaltigen Stadtentwicklung entsteht in Kassel auf dem Gelände einer ehemaligen Brauerei ein lebendiges neues Stadtquartier, das unterschiedliche Wohn- und Arbeitsbedürfnisse miteinander vereinen soll. Ein Ankerobjekt des Martini-Quartiers ist das moderne Studentenwohnheim auf der Südseite des Areals.

Das Objekt in Kassel ist eines von ursprünglich 20 vom damaligen Bundesbauministerium geförderten Projekten der Ausschreibung „Variowohnen“. Geplant wurde von Anfang an nach den Anforderungen eines BIM-Projekts. Eine Studie der TU Bielefeld begleitete den Projektverlauf im Vergleich zur herkömmlichen Bauweise ohne BIM-Prozess. Errichtet wurde der massive Mehrgeschossbau vom Büro Schulze Schulze Berger Architekten in Zusammenarbeit mit der Eisfeld Ingenieure AG. Beim Baustoff fiel die Wahl auf eine Kombination aus „Ytong Porenbeton“ im Großformat und „Silka Kalksandstein“, auch da die Firma Xella als Hersteller dieser Produkte bereits Erfahrung im Bereich der digitalen Planung nachweisen konnte. Mit „blue.sprint“ bietet sie ein leistungsfähiges Planungstool zur Objekt-Modellierung, effizienten Produktion und Logistik.

Dank der Planung im Raster können die Wohnungsgrundrisse mit wenig baulichem Aufwand verändert werden, denn bei Bedarf müssen sich die aktuell als Wohngemeinschaften geplanten Apartments schnell und einfach an die Bedürfnisse möglicher neuer Bewohner
Dank der Planung im Raster können die Wohnungsgrundrisse mit wenig baulichem Aufwand verändert werden, denn bei Bedarf müssen sich die aktuell als Wohngemeinschaften geplanten Apartments schnell und einfach an die Bedürfnisse möglicher neuer Bewohner anpassen lassen. // Quelle: Xella Deutschland GmbH

Vario-Wohnungen mit Gemeinschaftsräumen
Im Rahmen der Neugestaltung des Martini-Quartiers im Kasseler Stadtteil Vorderer Westen entstanden auf 1.900 Quadratmetern 41 variable Wohnungen für Studierende und Auszubildende, die später flexibel den besonderen Anforderungen von unterschiedlichen Nutzergruppen angepasst werden können, zum Beispiel für barrierefreies oder altengerechtes Wohnen. Zwei große Gruppenräume, die auf insgesamt rund 100 Quadratmetern als Bibliothek und Lounge-Raum dienen, runden das Projekt ab. Im Frühjahr 2019 erfolgte der Spatenstich; im Spätsommer 2020 wurde das vom Unternehmen Variowohnen Kassel in Auftrag gegebene Objekt fertiggestellt.

Um die 41 Wohneinheiten effizient, schnell und kostenbewusst umzusetzen, nutzte Eisfeld Ingenieure bereits in der Planungsphase den Xella-Planungsservice blue.sprint. Damit wurde ein digitales Abbild der Gebäudehülle – ein BIM-Modell – erstellt, welches nicht nur die Materialauswahl optimiert, sondern auch eine enorme Flexibilität bei notwendigen Anpassungen ermöglicht. Das sogenannte „Kasseler Modell“ steht für eine parallele statt serielle Projektbearbeitung aller Beteiligten – von der Verwaltung bis hin zur Baufirma.

Der Einsatz von „Ytong Porenbeton“ im Großformat sorgte für eine schnelle Bauausführung.
Der Einsatz von „Ytong Porenbeton“ im Großformat sorgte für eine schnelle Bauausführung. // Bild: Xella Deutschland GmbH

Das Martini-Quartier
Bei der Entwicklung des Martini-Quartier stand die Schaffung eines lebendigen und vielfältigen neuen Stadtteils im Herzen von Kassel im Vordergrund. Das 1,5 Hektar große Gelände einer ehemaligen Brauerei verwandelt sich gerade in einen zukunftsträchtigen Wohn- und Gewerbestandort mit viel Interaktionsraum in Form von Cafés, Geschäften und Co-Working-Spaces. Das im Rahmen eines Bundesforschungsprojektes entwickelte Studentenwohnheim im Martini-Quartier zeichnet sich durch einen nachhaltigen und bezahlbaren Wohnraum aus, der bei hoher architektonischer Qualität flexibel nutzbar ist. Außerdem soll der Bau die studentische Interaktion ermöglichen und fördern. Eine weitere Besonderheit dieses Projekts: Die großzügigen Dachterrassen sind nicht wie sonst üblich den Mietern der Wohnungen im obersten Geschoss vorbehalten, sondern stehen allen Bewohnern des Studentenwohnheims zur Verfügung.

Aus Schallschutzgründen kamen Silka Kalksandsteine in einer Breite von 24 cm für die Wohnungstrennwände zum Einsatz.
Aus Schallschutzgründen kamen Silka Kalksandsteine in einer Breite von 24 cm für die Wohnungstrennwände zum Einsatz. // Bild: Xella Deutschland GmbH

Schneller Baufortschritt
Wie alle Objekte, die auf dem alten Brauereigelände entstehen, unterliegt auch das Studentenwohnheim dem Anspruch an qualitativ hochwertige städtebauliche und architektonische Lösungen. Der Baukörper zeichnet sich durch eine klassische, ruhige Lochfassade mit geschossweise divergierender Fensteranordnung aus. Während die Außenwände im Untergeschoss aus Beton in einer Stärke von 24 Zentimetern erbaut wurden, fiel die Wahl für die oberen Stockwerke auf Ytong Porenbeton von Xella. Das Material überzeugte die Verantwortlichen aufgrund zahlreicher Produkteigenschaften, die dem Einsatz auf ca. 1.700 Quadratmeter Wandfläche mehr als gerecht werden. So weist der massive Baustoff nicht nur vorbildliche Werte im Bereich Wärmedämmung auf und erfüllt den geltenden EnEV-Standard im monolithischen Wandaufbau ohne zusätzliches Dämmsystem, sondern verkürzt in Form von großformatigen Systemwandelementen auch die Bauzeit deutlich. „Die größte Herausforderung besteht für uns darin, Objekte effizient zu planen und termingerecht zu realisieren. Schließlich ist jede Stunde Mehrarbeit auf der Baustelle mit Zusatzkosten verbunden“, erklärt Markus Ernst, Bauleiter bei Eisfeld Ingenieure. „Gleichzeitig muss jedoch eine hohe Rohbauqualität gewährleistet sein“, führt er weiter aus. „Die Möglichkeit, das Projekt vom ersten Tag an gemeinsam mit Xella digital im BIM-Model zu planen und umzusetzen, sowie die Baustoffqualität haben schließlich den Ausschlag zur Zusammenarbeit gegeben. Außerdem achten wir bei der Auswahl unserer Partner auf das Thema Nachhaltigkeit. Ytong ist zum einen ein mineralischer, natürlicher Baustoff, der keinerlei chemische Zusätze enthält und äußerst langlebig ist. Zum anderen lässt er sich auch wiederverwerten, was gerade in Hinblick auf das Thema Kreislaufwirtschaft enorm an Relevanz gewinnt. Diese Summe an Vorteilen hat uns schlussendlich überzeugt.“


Anzeige

Karriere im Berufsfeld Brandschutz – jetzt weiterbilden!

Vorbeugender Brandschutz

Erstellen Sie schutzzielorientierte Brandschutzkonzepte und vertiefen Sie Ihre Kenntnisse in den gesetzlichen und normativen Regelungen.

Brandschutznachweise erstellen

Gebäudetechnischer Brandschutz

Lernen Sie technische Brandschutzmaßnahmen regelkonform zu planen und sinnvoll mit baulichen Maßnahmen zu koppeln.

Brandschutz in Gebäude- und Anlagentechnik

Bauüberwachung Brandschutz

Begleiten und überwachen Sie die Umsetzung der Brandschutzkonzepte in der Praxis, erkennen Sie frühzeitig Abweichungen und Mängel.

Fachbauleitung und Objektüberwachung Brandschutz

Anzeige

Schöck Tronsole® Typ P: Stark im Schallschutz

Hohe Tragfähigkeit für mehr Sicherheit

Die neue Tronsole® Typ P besteht aus drei Elementen – Wandelement, Tragelement und Podesthülse. Sie verfügt über eine bauaufsichtliche Zulassung und kann Traglasten bis 65 kN aufnehmen. Bei höher auftretenden Lasten sind durch paarweise Anordnung bis 90 kN möglich.

Mehr erfahren...

Individuelle Treppenhausarchitektur

Aufgrund der geringen Einbauhöhe der Tronsole® Typ P sind filigrane Podeste bereits ab einer Dicke von lediglich 18 cm realisierbar – wahlweise in Sichtbeton. Fugenausbildungen von 15 bis 50 mm sind ebenfalls möglich, sodass auch eine umlaufende Luftfuge umgesetzt werden kann.

Mehr erfahren...

Wirtschaftlich durch optimierten Bauablauf

Mit der Tronsole® Typ P von Schöck lassen sich filigrane Fertigteilpodeste ganz einfach in das bestehende Treppenhaus einbauen und direkt begehen. Das nach DIN 7396 geprüfte Trittschalldämmelement trägt zuverlässig und erfüllt die höchste Schallschutzstufe III nach VDI 4100.

Mehr erfahren...

Anzeige

Qualität, auf die Sie bauen können

Dämmstoff für klimaschonendes Bauen

Mit Ravago Building Solutions und RAVATHERMTM XPS zu höchster Energieeffizienz bei anspruchsvollen Bauprojekten. Vom Perimeter- und Gründungsplattenbereich bis hin zu hochleistungsfähigen Umkehrdach-Dämmungssystem: Auch unter anspruchsvollsten Bedingungen – und das dauerhaft.

Beste Dämmleistung, schonend für die Umwelt

Die hohe Qualität von RAVATHERMTM XPS Produkten bestätigt auch das Forschungsinstitut für Wärmeschutz e.V. (FIW) in München mit dem Q-Label. Das macht für Architekten und Planer die Auswahl der besten Produkte für ihre Bauprojekte noch einfacher.

Beste Beratung für höchste Dämmleistung

Mit der Expertise und Erfahrung aus mehr als 30 Jahren Praxis, unterstützt Ravago Building Solutions Planer und Architekten dabei, mit den XPS Produkten RAVATHERMTM die perfekte Lösung für ihr Bauprojekt zu finden. Individuelle Dämmlösungen – genau passend zu Ihren Anforderungen.