20.10.2020 | Ausgabe 10/2020

Kreativ planen und dabei die Kosten im Blick

BIM-Schnittstelle zwischen CAD und AVA erfolgreich nutzen

Entwurf des Gebäudemodells mit SketchUp Pro gezeichnet, Passivhaus für Finanzamt München. / Bild: PH2 Architektur und Stadtplanung

In der Oberpfalz, nahe der Grenze zu Tschechien, liegt Eschlkam. Hier gründete der Architekt und Stadtplaner Peter Hickl im Frühsommer 2020 das Architekturbüro PH2. Gemeinsam mit der Bautechnikerin Elisabeth Nürnberger und zwei weiteren Kollegen betreut er deutschlandweit Projekte, meist für Kunden des ehemaligen Architekturbüros planwerkstatt aus Furth im Wald, aus dem PH2 hervorgegangen ist. Zu ihren Kunden gehören öffentliche Auftraggeber, wie das Staatliche Hochbauamt in Regensburg, Landratsämter und verschiedene Gemeinden. Deren Projekte betreut PH2 meist über den gesamten BIM-Prozess, also von Leistungsphase 1 bis 9 der HOAI.

Teamarbeit ist der Schlüssel zum Erfolg

Peter Hickl arbeitet mit der 3D-Design-Software SketchUp Pro und der CAD-Software SPIRIT hauptsächlich in der Entwurfsplanung. Danach erstellt Nürnberger das Kostenmanagement mit der AVA-Software AVANTI. Im Gespräch ist den beiden anzumerken, wie ihr Unternehmen „tickt“: Bereits während des Entwurfs macht sich Hickl Gedanken, welche Informationen seine Kollegin zur späteren Kostenauswertung brauchen wird. Abhängig von den Leistungsphasen, die PH2 später betreuen wird, entscheidet der Architekt, ob er mit SPIRIT in 2D- oder bauteilorientiert in 3D zeichnet. Elisabeth Nürnberger ermittelt dann die Mengen für AVANTI direkt aus der CAD-Software. Während des gesamten Projekts sprechen sich die Kollegen immer wieder ab, um bestmögliche Endergebnisse zu erzielen. Sie nutzen im BIM-Prozess fast das komplette Software-Portfolio von SOFTTECH.

Passivhaus für das Finanzamt

Das Finanzamt in Waldmünchen benötigte zwanzig neue Arbeitsplätze, die einen Neubau erforderten. Der Auftraggeber, das Bayerische Innenministerium, wollte mit dem Bau ein Zeichen setzen für die Nachhaltigkeit öffentlicher Bauprojekte. Daher sollte das neue Bürogebäude Passivhaus-Standards erfüllen unter Verwendung des regionalen Baustoffes Holz.
Für Peter Hickl von PH2 war klar, dass sich dies am besten mit einer Hybridbauweise aus Holz und Stahlbeton verwirklichen ließe. Die Holzhybridbauweise ist eine sehr nachhaltige Methode, da die Verwendung von Stahlbeton minimiert wird. Stattdessen rückt das Holz mehr in den Fokus. Holzfassaden bieten sehr gute Dämmeigenschaften, Decken aus Beton bieten ausreichend Schall- und Brandschutz.
Zu Beginn machte Hickl einen Entwurf in SketchUp Pro (Abb. 1 ). Die detaillierten Planzeichnungen für die Massivbauteile und den Trockenbau des Neubaus erfolgten dann in SPIRIT 3D bauteilorientiert. Für die Holzfassade zeichnete er wiederum in 2D. „Wir haben uns für diese kombinierte Arbeitsweise entschieden, denn der Zimmerer brauchte eine 2D-Zeichnung für seine Abbundplanung der Fassade (Abb. 2). Wir entscheiden immer situationsabhängig, welche Arbeitsweise wir in SPIRIT nutzen.“ Die Datenübermittlung des Gebäudemodells erfolgte über die in SPIRIT standardmäßig integrierte IFC-Schnittstelle. Die 2D-Zeichnungen erhielt der Zimmerer als DWG/DXF-Dateien.
„Dieses Projekt betreuen wir von Leistungsphase 1 bis 8. Hier ist es besonders wichtig, dass wir kontinuierlich den aktuellen Stand der Kosten in AVANTI abrufen können, egal in welcher Bauphase wir sind,“ ergänzt Elisabeth Nürnberger. „Wir können die Kostenberechnungen auch bedarfsgerecht aufschlüsseln, je nachdem welche Kostenstellen wir gerade brauchen.“

Fassadenschnitt in SPIRIT gezeichnet, Passivhaus für Finanzamt München.
Fassadenschnitt in SPIRIT gezeichnet, Passivhaus für Finanzamt München. / Bild: PH2 Architektur und Stadtplanung

Fragen an die AVA-Anwenderin

Frau Nürnberger, warum setzen Sie AVANTI als AVA-Software ein? „Einfach ausgedrückt: Damit bin ich bei der Kostenplanung immer auf der sicheren Seite. Nehmen wir mal das Thema Kostenverfolgung. Ich kann zu jedem Zeitpunkt im Projekt die aktuellen Kosten per Knopfdruck abfragen. Für jede Vergabeeinheit kennen wir den Soll- und den Ist-Stand und können gegebenenfalls korrigieren. Da behalten alle den Überblick. Außerdem kann ich in AVANTI jederzeit abspeichern, welchen Kostenstand ein Projekt zu einem bestimmten Zeitpunkt hat. Das ist sinnvoll, wenn der Bauherr den Entwurf grundlegend ändert und wir festhalten möchten, wo wir zu diesem Zeitpunkt mit den Kosten stehen.“
Hilft Ihnen die AVA-Software auch bei der Vergabe? „AVANTI unterstützt mich bei der Organisation des Vergabeprozesses. Ich bin gezwungen die Reihenfolge Angebot – Vergabe – Vertrag – Rechnung einzuhalten. Es ist keine Rechnung ohne Vertrag möglich. Klingt einfach, ist aber gerade bei Großprojekten eine enorme Unterstützung. Außerdem lassen sich die Bieterangebote mit den Rechnungen verknüpfen und archivieren.“
Spielt das BKI bei der Kostenschätzung eine Rolle? „Ja, die Kostenkennwerte des BKI (Baukosteninformationszentrum Deutscher Architektenkammern) liefern mir häufig Informationen für die frühe Kostenschätzung. Es kommt aber auch vor, dass ich unsere abgerechneten Baupreise und Ausschreibungstexte dem BKI zur Verfügung stelle.“
Nutzen Sie auch andere Baudatenbanken? „Ja, beispielsweise aus DBD und SIRADOS. Die Einbindung von Baudaten in AVANTI läuft super! Bei SIRADOS finde ich es sehr zeitsparend, dass ich ein Auswahlmenü habe. Mir wird beispielsweise nur Stahl von einer bestimmten Festigkeit angeboten, wenn das Bauteil dies erfordert. Dadurch passieren im Alltagsgeschäft weniger Fehler.“
Welche Funktionen sind Ihre „Favoriten“? „Ich nutze gerne die Möglichkeit, an LV-Positionen die Bilder von schwer zu beschreibenden Bauteilen anzuhängen. So ist den Bietern sofort klar, was gemeint ist. Außerdem verwende ich häufig die „Pin-Funktion“ für interne Besprechungen. Wenn ich beispielsweise mit Peter Hickl bestimmte Positionen besprechen möchte, kann ich diese in AVANTI markieren und später abhaken.“
Was gefällt Ihnen noch an AVANTI? „Das Programm läuft sehr stabil. Der GAEB-Austausch war beispielsweise noch nie fehlerhaft und auch sonst hatten wir keine Programm-Ausfälle.“

Resümee

BIM ist machbar, sowohl innerhalb eines Unternehmens als auch in Zusammenarbeit mit anderen Architektur- und Ingenieurbüros. PH2 zeigt, worauf es im BIM-Prozess ankommt: Mitdenken für andere, geeignete Software-Lösungen und vor allem eine gute Zusammenarbeit.

www.softtech.de

www.ph2architektur.com


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