16.12.2019 | Ausgabe Digitalbau2020 - 12/2019

Mit der richtigen Aufmaß-Software den Überblick behalten

Neubau eines Bürogebäudes und eines Wohnkomplexes

Blick über die Baustelle des Bürogebäudes in Düsseldorf. / Quelle: Gustav Epple Bauunternehmung

Die Gustav Epple GmbH ist spezialisiert auf schlüsselfertiges Bauen. Private Investoren, aber auch öffentliche Bauträger vertrauen dem Stuttgarter Traditionsunternehmen ihre Bauvorhaben an. In der Angebotsphase liegen den Epple-Mitarbeitern meist Pläne als PDF oder DWG vor. Dann heißt es für sie, erst einmal Mengen zu ermitteln, um innerhalb kürzester Zeit Angebote machen zu können. Seit Ende 2016 setzen Marc-André Winter und seine Kollegen dazu auf die Aufmaß-Software GRAVA von SOFTTECH.

Das Bauunternehmen Gustav Epple besteht seit über 100 Jahren und hat sich in den 90er Jahren vom klassischen Rohbauunternehmen zum ganzheitlichen Generalunternehmer entwickelt. Die heute rund 110 Mitarbeiter sind in Stuttgart, Berlin und Dresden beschäftigt. Marc-André Winter und René Meyke sind für die Arbeitsvorbereitung bei Epple zuständig. Den beiden jungen Bauingenieuren merkt man im Gespräch an, dass sie stolz sind auf die Projekte, die sie gemeinsam mit ihren Kollegen stemmen. „Für unsere Firma ist die gute Kommunikation mit den Bauherren enorm wichtig. Wenn wir von Anfang an partnerschaftlich mit den Auftraggebern arbeiten, laufen die Projekte meist auch reibungslos. Außerdem streben wir immer eine langfristige Zusammenarbeit mit unseren ausführenden Projektpartnern an“, so Winter.

Teilmengen aus LV-Positionen lassen sich in GRAVA jederzeit grafisch nachvollziehen, wie hier im Ludwigs-hafener Projekt. / Quelle: Gustav Epple Bauunternehmung

Beispielprojekte in Düsseldorf und Ludwigshafen
Auf die Frage, welche aktuellen Projekte anstehen, nennen die beiden zwei interessante Neubauten: ein umfangreiches Bürogebäude in Düsseldorf (Abb. 1) und einen Wohnkomplex in Ludwigshafen. Bei ersterem ist die Bodenplatte gerade fertig und im 3. Quartal 2019 soll das Projekt fertiggestellt sein. Der Auftraggeber, ein Projektentwickler aus Hamburg, legt großen Wert auf eine ansprechende und moderne Architektur. Die Mieter können ihre individuellen Wünsche, bezogen auf Ausstattung und Raumaufteilung, in die Planung einbringen.

Das Wohngebäude in Ludwigshafen, mit 49 Eigentumswohnungen plus gemeinsamer Tiefgarage, hat zwar eine andere Zweckbestimmung und Architektur, aber hier verlaufen die internen Arbeitsabläufe bei Epple ebenso wie beim Düsseldorfer Projekt. Und das ist, laut Meyke, die Grundlage für effiziente Prozesse innerhalb des Unternehmens. Denn für Projekte dieser Größenordnung braucht ein Mitarbeiter vom Ziehen der Massen über das Erstellen eines Mengengerüstes bis hin zum detaillierten Angebot nur etwa 4 bis 5 Tage nach Planeingang.

Seit Ende 2016 nutzt Epple die neue Aufmaß-Software GRAVA
Es fing damit an, dass Ende 2016 Marc-André Winter den Auftrag bekam, eine Ersatz-Software zu finden, um schnell und sicher Massen zu ermitteln. Das alte System wurde nach der Einführung von Windows 10 nicht mehr unterstützt. Außerdem war eine Gesamtlösung für das Unternehmen gefordert, sprich die Bereiche Kalkulation, Ausführung und Abrechnung sollten abgedeckt sein. Das Unternehmen entschied sich, auf die Aufmaß-Software GRAVA von SOFTTECH umzusteigen. 

Erfolgreiche Software-Einführung mit praxisnahen Anwendungen
„GRAVA ist einfach anzuwenden“, äußert Marc-André Winter. Zudem hat sich Winter in der Einführungsphase Zeit für die betroffenen Kollegen genommen und GRAVA anhand der internen Arbeitsprozesse erklärt. Die Bauleiter waren beispielsweise sofort mit dabei, weil sie nun Aufmaße nicht mehr manuell von Plänen prüfen mussten.

Zusätzlich hat Winter sich eine Eigenschaft von GRAVA zunutze gemacht: Die Mengen-Marker lassen sich im Programm individuell zusammenstellen. So konnte er den Flächen-, Wand- und Stückstiften Bezeichnungen geben, die der Systematik bei Epple entsprechen. „Das hat auch vieles einfacher gemacht“, meint Winter.

Jeder Grundrissplan wird bei Epple in einer Aufmaßzeichnung abgelegt. Geänderte Pläne lassen sich so einzeln austauschen und fügen sich neu in die Übersicht ein, hier am Beispiel des Bürogebäudes in Düsseldorf. / Quelle: Gustav Epple Bauunternehmung

Detaillierte Pläne sind eine gute Basis
Beim Bürogebäude in Düsseldorf lagen bereits Pläne mit Grundrissen und Schnitten vor. Das Material- und Farbkonzept fand sich in Materialbelegungsplänen wieder, die Aufschluss über gewünschte Materialien bei Böden, Wänden und Decken gaben. Eine so ausführliche funktionale Leistungsbeschreibung sei jedoch nicht die Regel, so Winter. Oft lägen nur Werkplan-Grundrisse als DWG oder PDF vor. Beides Formate, die in GRAVA eingelesen werden können. Bei Epple haben sich jedoch die PDFs durchgesetzt, weil diese, laut Marc-André Winter, einfacher und klarer einzulesen sind, auch wenn dann auf Vektorfunktionen verzichtet werden muss.

Im weiteren Projektverlauf werden die Pläne des Auftraggebers auf eine digitale Plattform geladen und dann dem jeweiligen Bearbeiter bei Epple zugeordnet. Jeder ist von Anfang bis Ende für ein Projekt verantwortlich, was die Bearbeitung effizienter macht. „Durch die klaren internen Prozesse können aber auch jederzeit andere Kollegen übernehmen. Außerdem lassen sich die Daten in GRAVA hervorragend nachvollziehen für jeden Anwender“, so Winter. 

Pläne in GRAVA einfach anpassen
Zuerst ziehen sich die Bearbeiter aus den Plänen die Massen und übertragen diese in Leistungsverzeichnisse (LV), jeweils nach Gewerken gegliedert. Jeder Grundriss eines Stockwerks ist auf einer eigenen Folie abgelegt (Abb. 2 u. 3). Kommt es nun zu Änderungen, wird der neue Plan einfach über den alten gelegt. Sofort sind die Änderungen grafisch sichtbar, werden eingearbeitet und die Massen aktualisiert.

Für den Projektverlauf im Düsseldorfer Bürogebäude hat das Vorteile. Die Grundoberflächen waren vorgegeben, aber jede Bürozelle kann auch individuell ausgestattet werden. Das bedeutet viele Änderungen am ursprünglichen Plan, häufig auch kurzfristig. „Mit GRAVA können wir immer sofort reagieren, wenn es um Massenmehrung und Massenminderung geht. Auf das Gesamtprojekt bezogen sehen wir so schnell, ob Nachträge gestellt werden müssen oder nicht.“ Und noch einen weiteren Vorteil bringt die grafische Darstellung der Grundrisse: Auch bei nicht so präzise beschriebenen Projekten lassen sich die im Rahmen der Angebotsbearbeitung getroffenen Annahmen gut darstellen und es gibt keine Missverständnisse mit dem Bauherrn.

„Wir nutzen GRAVA für weit mehr als die digitale Aufmaßerstellung und Kalkulation. Auch unsere Phasenpläne für die Bauausführung lassen sich damit hervorragend darstellen. Das freut unsere Bauleiter und wir können Pluspunkte bei den Bauherren sammeln, denn die grafische Darstellung macht Zusammenhänge oft klarer“, erläutert Winter.

Fazit
Rückblickend stellt Marc-André Winter fest, dass die Arbeitsabläufe mit GRAVA noch einfacher und effizienter geworden sind. „Die Massenermittlung erfolgt schnell und ist für jeden nachvollziehbar. Wir haben eine Gesamtlösung gefunden, die wir in der Kalkulation, Ausschreibung und Abrechnung einsetzen.“ Meyke ergänzt noch: „Mit GRAVA machen wir quasi Lean- Management in der Bauplanung. Wir können auf Veränderungen schnell und individuell reagieren. Damit sind wir bestens gerüstet für alle zukünftigen Projekte.“ 

www.softtech.de
www.gustav-epple.de


 

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